Der Bauplan deiner Ausbildung

4.600 Stunden. Und ein System dahinter.

Die generalistische Pflegeausbildung wirkt von innen wie ein Nebel aus Blockwochen, Einsätzen und Fächern. Sie ist aber sehr genau geregelt – bis auf die Stunde. Diese Seite zeigt dir die ganze Struktur auf einmal, mit Quelle zu jedem Wert.

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Die elf Einheiten ansehen
1
Theoretischer Unterricht2.100 Stunden in der Pflegeschule
2
Praktische Ausbildung2.500 Stunden im Einsatz
3
ZwischenprüfungEtwa zur Halbzeit, Anlage 1
4
Staatliche PrüfungSchriftlich, mündlich, praktisch
3
Jahre in Vollzeit
2.100
Stunden Unterricht
2.500
Stunden Praxis
11
Curriculare Einheiten

Die Ausbildung endet mit der Berufsbezeichnung Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann. Sie ist bundesweit einheitlich geregelt – anders als früher, als Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege getrennte Wege waren.

Die drei Säulen

Schule, Einsatz und Prüfung.

Alles, was in deiner Ausbildung passiert, gehört in eine dieser drei Säulen. Wer das einmal sortiert hat, versteht auch, warum ein Thema in der Schule kommt, lange bevor du ihm auf Station begegnest.

Säule 1

Theoretischer und praktischer Unterricht

2.100 Stunden. Davon sind 1.900 Stunden auf elf curriculare Einheiten verteilt. Die restlichen 200 Stunden gehören der Schule zur freien Gestaltung – dort landen Vertiefungen, Projekte und regionale Schwerpunkte.

Säule 2

Praktische Ausbildung

2.500 Stunden in echten Versorgungsbereichen. Du beginnst mit einem Orientierungseinsatz beim Träger, durchläufst danach Pflichteinsätze in mehreren Bereichen und schließt mit einem Vertiefungseinsatz ab.

Säule 3

Prüfungen

Etwa zur Hälfte steht die Zwischenprüfung – sie prüft den Stand, entscheidet aber nicht über den Abschluss. Am Ende folgt die staatliche Prüfung aus drei Teilen, die alle bestanden sein müssen.

Curriculare Einheiten

Elf Einheiten. 1.900 Stunden.

Dein Unterricht ist nicht in Fächer wie „Anatomie" oder „Recht" geschnitten, sondern in curriculare Einheiten – Bündel aus Pflegesituationen, in denen Fachwissen, Kommunikation und Recht gemeinsam vorkommen. Drei laufen im ersten Halbjahr ab, die anderen acht kommen spiralförmig wieder: erst flach, später tiefer.

EinheitThemaGesamtDrittel 1+2Letztes Drittel
CE 01Ausbildungsstart – Pflegefachfrau/Pflegefachmann werden70 h70
CE 02Zu pflegende Menschen in der Bewegung und Selbstversorgung unterstützen180 h180
CE 03Erste Pflegeerfahrungen reflektieren – verständigungsorientiert kommunizieren80 h80
CE 04Gesundheit fördern und präventiv handeln160 h8080
CE 05Menschen in kurativen Prozessen pflegerisch unterstützen und Patientensicherheit stärken340 h200140
CE 06In Akutsituationen sicher handeln120 h6060
CE 07Rehabilitatives Pflegehandeln im interprofessionellen Team160 h8080
CE 08Menschen in kritischen Lebenssituationen und in der letzten Lebensphase begleiten250 h16090
CE 09Menschen bei der Lebensgestaltung lebensweltorientiert unterstützen200 h15050
CE 10Entwicklung und Gesundheit in Kindheit und Jugend in pflegerischen Situationen fördern180 h12060
CE 11Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen und kognitiven Beeinträchtigungen personenzentriert unterstützen160 h8080
Summe1.900 h1.260640

Die 200 Stunden, über die niemand spricht

1.900 plus 200 ergibt 2.100. Diese 200 Stunden sind bewusst nicht vorgeschrieben – jede Pflegeschule füllt sie selbst. Das ist der Hauptgrund, warum dein Stundenplan anders aussieht als der einer Freundin an einer anderen Schule, obwohl beide Ausbildungen identisch geregelt sind.

2.500 Stunden

Die Praxis ist der größere Teil.

Mehr als die Hälfte deiner Ausbildung findest du nicht in der Schule statt. Die praktische Ausbildung ist genauso geregelt wie der Unterricht: Welche Bereiche du durchlaufen musst und mit wie vielen Stunden, steht in Anlage 7 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.

Der Ablauf folgt immer derselben Dramaturgie: Orientierungseinsatz beim eigenen Träger, dann die Pflichteinsätze quer durch die Versorgungsbereiche, dazu Einsätze in der pädiatrischen und der psychiatrischen Versorgung – und am Ende der Vertiefungseinsatz in dem Bereich, in dem dein Ausbildungsvertrag verankert ist. Auf ihn bezieht sich später auch dein praktisches Examen.

Die Stundenzahl je Einsatz legt Anlage 7 PflAPrV fest – deinen konkreten Plan bekommst du von deinem Träger.

1

Orientierungseinsatz

Beim Träger deines Ausbildungsvertrags. Ankommen, Abläufe verstehen, erste Grundpflege.

2

Pflichteinsätze

Stationäre Akutpflege, stationäre Langzeitpflege und ambulante Pflege – die drei Welten der Generalistik.

3

Pädiatrie und Psychiatrie

Zwei weitere Pflichtbereiche. Für viele der ungewohnteste Teil der Ausbildung.

4

Vertiefungseinsatz

Zurück in deinen Bereich, jetzt mit voller Verantwortung. Grundlage für die praktische Prüfung.

Anlage 2 PflAPrV

85 Kompetenzen. Das ist der eigentliche Lehrplan.

Am Ende wird nicht geprüft, ob du elf Einheiten besucht hast, sondern ob du 85 einzeln beschriebene Abschlusskompetenzen beherrschst. Sie sind in fünf Kompetenzbereiche und sechzehn Schwerpunkte gegliedert – und sie sind der Maßstab für jede Prüfungsaufgabe im Land.

BereichWorum es gehtSchwerpunkte
IPflegeprozesse und Pflegediagnostik verantwortlich planen, durchführen, steuern und evaluieren6
IIKommunikation und Beratung personen- und situationsorientiert gestalten3
IIIIntra- und interprofessionelles Handeln verantwortlich mitgestalten3
IVEigenes Handeln auf Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und ethischen Leitlinien begründen2
VEigenes Handeln wissenschaftlich und berufsethisch reflektieren und begründen2
Fünf Bereiche16

Drei Tätigkeiten gehören nur dir

Das Pflegeberufegesetz reserviert drei Aufgaben ausdrücklich für Pflegefachpersonen: den Pflegebedarf erheben und die Pflege planen, den Pflegeprozess steuern und die Pflegequalität sichern und entwickeln. Niemand sonst darf sie übernehmen – auch keine ärztliche Fachkraft. Deshalb tauchen sie in Prüfungsfällen so verlässlich auf.

Die staatliche Prüfung

Drei Teile. Alle drei müssen sitzen.

Das Examen ist kein einzelner Termin, sondern ein Block aus drei Prüfungsteilen. Jeder einzelne muss mindestens „ausreichend" sein – ein glänzender schriftlicher Teil rettet keine misslungene praktische Prüfung.

§ 14 · Schriftlich

Drei Aufsichtsarbeiten

An drei aufeinanderfolgenden Werktagen, je 120 Minuten, alle fallbezogen. Jede der drei muss für sich bestanden werden. Die erste zielt auf Pflegeprozess und Lebensgestaltung, die zweite auf Prävention und Beratung, die dritte auf kritische und lebensbedrohliche Situationen.

§ 15 · Mündlich

30 bis 45 Minuten

Eine komplexe Fallsituation, bei der es ums Begründen geht: professionell, rechtlich, ethisch und wissenschaftlich. Der Fall muss sich inhaltlich von deiner praktischen Prüfung unterscheiden.

§ 16 · Praktisch

Bis zu 240 Minuten

Eine reale Pflegesituation mit mindestens zwei zu pflegenden Menschen, darunter einer mit erhöhtem Pflegebedarf. Fallvorstellung (max. 20 Min), Durchführung des vollständigen Pflegeprozesses, dann Reflexion (max. 20 Min).

Wie sich die Note zusammensetzt

In jeden der drei Prüfungsteile fließt eine Vornote zu 25 Prozent ein – deine Leistungen aus der Ausbildung zählen also mit. Bestanden hast du, wenn alle drei Teile mindestens „ausreichend" sind und zusätzlich jede einzelne der drei schriftlichen Arbeiten. Was bei Nichtbestehen gilt, regelt § 19 PflAPrV.

Und was macht SlayPflege damit?

Wir bauen nicht daneben. Wir bauen darauf.

Eine Lernapp für die Pflege ist nur so viel wert wie ihre Verankerung. Deshalb hängt bei uns jeder Inhalt an dieser Struktur – und zwar nachprüfbar, nicht als Werbeversprechen.

In deiner AusbildungIn SlayPflege
11 curriculare EinheitenJede Karte trägt ihre CE als Metadatum – auch dann, wenn sie im Lernpfad woanders auftaucht
Spiralförmiger Aufbau über drei Jahre167 Themen in 16 Themenfeldern, sortiert nach Ausbildungsjahr statt nach CE-Nummer
85 AbschlusskompetenzenJedes Lernziel ist einer Kompetenz zugeordnet; ohne Lernziel entsteht kein Inhalt
Fallbezogene schriftliche PrüfungFallformat mit getrennter Auswertung nach Pflegeprozess, Priorisierung, Sicherheit, Recht und Reflexion
Mündliche Prüfung: begründen statt aufzählenBrainy prüft dich mündlich und fragt nach dem „Warum" nach
Praktische Prüfung am MenschenKein App-Ersatz. Vorbereitung ja, Nachweis nein – siehe unten

Warum unser Lernpfad trotzdem nach Themen und nicht nach CE gegliedert ist, steht auf der Lernpfad-Seite. Wie ein einzelner Inhalt durch fünf Prüfstationen läuft, zeigt die Seite zur Kartenqualität.

Was diese Seite nicht kann

Zwei Grenzen, die wir offen sagen.

1

Dein Bundesland konkretisiert

Alles auf dieser Seite ist Bundesrecht und gilt überall. Aber: Die Länder und die zuständigen Behörden legen Prüfungsaufgaben, Durchführung und den Zentralisierungsgrad selbst fest. Es gibt keinen bundesweiten Fragenkatalog. Wenn deine Schule etwas anders handhabt, ist das nicht zwangsläufig falsch – wir haben die sechzehn Landesregelungen bewusst noch nicht als geprüft ausgewiesen.

2

Eine App ist kein Praxisnachweis

Wissen lässt sich digital abrufen und Fallentscheidungen lassen sich üben. Die praktische Prüfung verlangt aber beobachtbares Handeln an echten Menschen. SlayPflege bereitet darauf vor und ersetzt weder deine Praxisanleitung noch eine pflegerische oder ärztliche Beratung am Menschen.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Warum heißt es „curriculare Einheit" und nicht „Fach"?

Weil in einer CE mehrere Fächer gleichzeitig vorkommen. In CE 02 („Bewegung und Selbstversorgung") steckt Anatomie, Kinästhetik, Hygiene, Kommunikation und Haftungsrecht – sortiert nach der Pflegesituation, nicht nach der Wissenschaft dahinter. Das ist Absicht: In der Praxis begegnet dir auch keine reine Anatomie-Situation.

Entscheidet die Zwischenprüfung über meinen Abschluss?

Nein. Sie erfasst den Stand deiner Kompetenzen etwa zur Halbzeit – die Maßstäbe stehen in Anlage 1 PflAPrV. Über den Berufsabschluss entscheidet allein die staatliche Prüfung am Ende.

Kann ich das Examen mit einem starken Teil ausgleichen?

Nein. Alle drei Prüfungsteile müssen mindestens „ausreichend" sein, und im schriftlichen Teil zusätzlich jede der drei Aufsichtsarbeiten einzeln. Es gibt keinen Ausgleich zwischen den Teilen.

Warum tauchen bei euch Themen auf, die im Rahmenlehrplan kaum vorkommen?

Weil der Rahmenlehrplan Kompetenzen beschreibt, nicht Fachwissen. Über alle 147 Inhaltsblöcke der drei Jahre finden sich drei Treffer zu Anatomie und Organen und kein einziges körperliches Krankheitsbild. Wer nur ihm folgt, erzeugt nie eine Anatomie- oder Dekubituskarte – geprüft wird das Wissen trotzdem. Ausführlich auf der Lernpfad-Seite.

Gilt das alles auch für die Ausbildung in Teilzeit?

Der Umfang bleibt gleich, die Dauer verlängert sich. Die 4.600 Stunden und die Prüfungsstruktur ändern sich dadurch nicht.

Quellen

Jeder Wert auf dieser Seite stammt aus einer amtlichen Quelle. Wir verlinken sie, damit du selbst nachsehen kannst – und damit du merkst, wenn wir uns irren.

Stand der Prüfung: 30.07.2026. Findest du eine Abweichung? Schreib uns – wir korrigieren zeitnah.

Von Anfang an dabei

Du kennst jetzt den Bauplan. Fehlt nur noch der Weg.

SlayPflege ordnet diese 4.600 Stunden in einen Lernpfad, der dir jeden Tag sagt, was als Nächstes dran ist. Die Testphase startet zuerst für die Vormerkliste.

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